Bericht
Güterzug fährt in Schafherde - 21 Tiere tot
Noch unklar, wie Schafe auf die Gleise kamen
Witzenhausen. 21 Schafe kostete Dienstagmorgen gegen 8 Uhr ihr Ausflug auf die Bahngleise beim Witzenhäuser Stadtteil Unterrieden das Leben. Die Tiere wurden von einem Güterzug aus Richtung Göttingen erfasst, 18 waren sofort tot, drei erlöste die Polizei mit dem Gnadenschuss.
Die Tiere waren von einer Weide oberhalb der Bahnstrecke weggelaufen, auf der 104 Schafe standen. Warum sie auf den Bahndamm liefen, ist unklar. Da die Sicht an diesem Morgen wegen leichten Nebels schlecht war, sah der Lokführer trotz gerader Strecke die Schafe auf den Gleisen wohl zu spät und konnte deswegen nicht mehr rechtzeitig bremsen (der Bremsweg eines Zugs beträgt mehrere hundert Meter). Die Lok wurde dabei nur leicht beschädigt und setzte ihre Fahrt um 9 Uhr fort. Die Strecke wurde nach dem Unfall gesperrt.
Den Feuerwehren aus Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf kam die unangenehme Aufgabe zu, die Kadaver der toten Tiere von den Gleisen zu beseitigen. Die Badestädter Wehr hatte dafür ihren Bahnhilfeleistungssatz mitgebracht. Allerdings verzögerte sich die Bergung, weil der angeforderte Container für den Abtransport aus Leinefelde kam. Bevor sie die Tiere aus dem Gleisbett holten, zogen sich die Feuerwehrleute weiße Einweg-Schutzanzüge an.
Besonders unangenehm war, dass die Tiere bei dem Unfall zum Teil aufgerissen worden waren. Deshalb mussten die Helfer nicht nur ganze tote Tierkörper, sondern auch einzelne Teile und Innereien einsammeln. Außerdem hing ein Übelkeit auslösender Geruch über den Gleisen. Die Tiere wurden mit einem Schienenwagen weggebracht und in den Container umgeladen.
Es dauerte bis 10.51 Uhr, bis die Bahnstrecke wieder frei war. Die Cantusbahn, die auf der Strecke fährt, hatte nach Angaben ihrer Pressestelle bis nach 11 Uhr einen Ersatzverkehr mit zwei Bussen eingerichtet, die zwischen Hedemünden und Eichenberg pendelten.
Die Ermittlungen zur Unfallursache hat die Staatsanwaltschaft Kassel übernommen.
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