Eineinhalb Stunden benötigten die Feuerwehrleute aus Witzenhausen und sechs Stadtteilen, um ein Feuer in dem Fachwerkhaus am Birkenplätzchen in Werleshausen unter Kontrolle zu bringen. Auch danach schlugen hier und da noch Flammen aus dem Dachfirst und qualmte es weiterhin mächtig aus dem Gebäude.
Grund dafür sind vermutlich die vielen Bücher - nach Kenntnissen im Dorf soll der vor fast genau zwei Jahren verstorbene Bewohner um die 5000 in Regalen überall im Haus stehen gehabt haben. Und im Büro sollen stapelweise Unterlagen gelegen haben. Das alles wurde ebenso ein Raub der Flammen wie etliche, angeblich wertvolle Gemälde, die im Obergeschoss aneinandergestellt waren.
Ein Neffe aus den USA, der nur hin und wieder nach Deutschland kommt, kümmerte sich um das Anwesen, weiß Werleshausens Ortsvorsteher Klaus-Dieter Hagedorn. Viel vom Inventar sei aber noch nicht verkauft worden. Der verstorbene Eigentümer hatte sein Fachwerkhaus zehn Jahre lang renoviert.
Die Suche nach den Glutnestern dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Im Büro setzte die Feuerwehr Schaum ein, um die Flammen zu ersticken. Das Betreten des Brandortes ist wegen teilweise eingestürzter Decke aber noch schwierig.
Über die Ursache des Feuers konnte die Kriminalpolizei noch keine Aussagen machen, für Brandstiftung lägen derzeit zumindest keine Hinweise vor. Die Untersuchungen können voraussichtlich erst in den nächsten Tagen erfolgen, auch wegen des Löschschaums im Erdgeschoss.
Die Höhe des Schadens: ungefähr 100.000 Euro. Die Kripo schließt nach derzeitigem Erkenntnisstand eine vorsätzliche Brandstiftung auch, auch Silvesterknallkörper werden im Prinzip ausgeschlossen.
Nach vier Stunden war das Feuer gelöscht, nun wird noch die Straße vor dem Haus aufgegraben, um den Elektrohausanschluss zu kappen. Denn der Panzerkasten im Haus ist eingeschmolzen. Erst danach wird der ganze Straßenzug wieder mit Strom versorgt. (sff/hna)
Fotos: HNA/Feuerwehr Witzenhausen