Pferd wird von Zug erfasst

Ein verirrtes Pferd wurde in den Morgenstunden zwischen
Witzenhausen und Hedemünden von einem Güterzug erfasst.
Die stark frequentierte Verbindung zwischen Kassel und
Göttingen war daraufhin für drei Stunden gesperrt.

Gegen 6.15 Uhr wurde die Feuerwehr Witzenhausen
alarmiert, die mit drei Fahrzeugen ausrückte. Zur
Unterstützung wurde die Feuerwehr Bad Sooden-Allendorf
mit verständigt, da diese einen Rettungssatz für Bahnunfälle
im Kreis vorhält. Dabei handelt es sich um eine mobile
Plattform, die auf die Gleise aufgesetzt werden und Material
transportieren kann.
Die Erkundung durch die Einsatzleiter Stadtbrandinspektor
Staude und Wehrführer Claus Demandt ergab, dass sich zwei
Pferde von einem nahegelegenen Bauernhof losgerissen
haben. Ein Tier verirrte sich auf den angrenzenden
Bahnkörper und wurde von einem aus Richtung Kassel
kommenden Güterzug erfasst. Der Zugführer leitete zwar eine
sofortige Notbremsung ein, es gelang ihm jedoch nicht einen
Zusammenstoß zu vermeiden. Die große Masse des sehr
langen Zuges hatte einen erheblichen Bremsweg zur Folge.
Der Lokführer erlitt einen leichten Schock.
Nach dem Eintreffen des DB Notfallmanagers und der
Bahnpolizei wurde die Strecke für die Bergungsarbeiten
auf beiden Seiten voll gesperrt, die Oberleitung wurde zur
Sicherheit geerdet. Die anschließende Bergung gestaltete
sich schwierig, da das verunglückte Pferd zu stark unter der
Lok verkeilt war. Erst als der gesamte Güterzug zurücksetzte
konnte der Kadaver vom mittlerweile alarmierten THW mittels
Kran geborgen und per LKW abtransportiert werden. Dabei
wurde ein Helfer des THW verletzt und musste mit dem
Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Er war auf
der eisglatten Ladefläche des LKW ausgerutscht und gestürzt.
Gegen 9.30 Uhr konnten die etwa 40 Feuerwehrleute und
THW Helfer ihren Einsatz beenden. Das zweite Pferd wurde
in der Ortslage Gertenbach unbeschadet eingefangen und
zur Stallung zurück gebracht. Die Ermittlungsbehörden gehen
nun der Frage nach, wie es zu dem Unfall kommen konnte.
Die Tiere waren auf einem Bauernhof in Ortsteil Freudenthal
untergestellt. Die Bahnstrecke ist wieder für den Zugverkehr
freigegeben worden.