Neue Fahrzeuge und das Hochwasser
Der Fuhrpark in der Feuerwache Witzenhausen soll den gestiegenen Aufgaben im Brandschutz angepasst werden. Die Neu- und Ersatzbeschaffungen werden in diesem Jahr abgeschlossen. Der Hochwassereinsatz Anfang des Jahres war beherrschendes Thema des Abends.
Das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug und ein moderner Einsatzleitwagen sind bereits in der Halle am Eschenbornrasen untergebracht. Ihnen werden ein Logistikfahrzeug, das modular bestückt werden kann und ein neuer Mannschaftstransportwagen folgen.
Darüber informierte Wehrführer Claus Demandt die Feuerwehrfrauen und männer auf ihrer Jahreshauptversammlung am vergangenen Samstag in der Feuerwache in Witzenhausen. In einem umfangreichen Lichtbildvortrag zog er die Bilanz des vergangenen Jahres. Genau 123 Mal rückte die Freiwillige Feuerwehr Witzenhausen zu Einsätzen aus. 30 Brandeinsätze stehen 35 Technische Hilfeleistungen waren fast gleichauf gegenüber. Insbesondere im November wurden die Aktiven fast täglich zum Dienst gerufen. Im Dauereinsatz konnte, gemeinsam mit den Ortswehren, dem THW, Bauhof, den Stadtwerken sowie weiteren Helfern das Hochwasser bekämpft und größerer Schaden erfolgreich verhindert werden. An dieser Stelle betonte Demandt, dass sich alle Verantwortlichen für den Fortbestand der Wehren in den Ortsteilen stark machen müssen. Ohne sie könne ein solches Schadensereignis personell nicht bestritten werden.
Die Anzahl an Fehlalarmen sei erfreulicherweise merklich zurück gegangen, so Demandt. In seinen Ausführungen hob er zwei folgenschwere Verkehrsunfälle hervor, bei denen zwei Menschen ums Leben kamen. Der Einsatz beim Großfeuer in einem Sägewerk in Hedemünden forderte die Kameradinnen und Kameraden aus Witzenhausen so sehr, dass zwei von Ihnen vom Rettungsdienst versorgt werden mussten. Aus luftiger Höhe konnte eine Gleitschirmfliegerin, die in ein Waldstück bei Lindewerra gestürzt war, sicher gerettet werden. Starke Nerven waren unter anderem auch bei einem Bahnunfall gefordert, bei dem ein Pferd von einem Güterzug erfasst wurde. Fahrzeuge und Personal waren auch bei Ermittlungsarbeiten der Kriminalpolizei gefragt, die in einem Tötungsdelikt ermittelte und Spuren sichern musste. In den weiteren Ausführungen der umfangreichen Einsatzaufgaben wurde das ganze Spektrum der Feuerwehrarbeit deutlich das die Ehrenamtlichen in 4700 Stunden Dienst zu bewältigen hatten. Die damit verbundenen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten erforderten wiederum insgesamt 600 Arbeitsstunden. Die eingesetzten Feuerwehrfahrzeuge legten im Berichtsjahr 9000 km zurück.
In seiner Rede bedankte sich Feuerwehrchef Demandt bei seiner Mannschaft, ohne die eine solch umfangreiche Arbeit nicht geleistet werden könne. Sein besonderer Dank galt in diesem Zusammenhang auch seinem Vorgänger Manfred Heinemann und dessen früheren Stellvertreter Jörg Orth für die geleistete Arbeit. Das Führungsgespann war 2010 zurück getreten, was die Neuwahl einer Wehrführung erforderlich machte.
Jugendwart Andreas Kurzrock informierte die Versammlung über die Tätigkeiten der Jugendfeuerwehr. Die 18 Jugendlichen und zwölf Mitglieder der U-10 stellen den Feuerwehrnachwuchs und bildeten sich 2010 in 49 Dienstveranstaltungen weiter. Fünf Jugendliche erwarben die begehrte Leistungsspange. Ferner wurde an Wettkämpfen, einem 24 Stunden Dienst und Fahrten teilgenommen. In diesem Jahr ist das Team um Kurzrock besonders gefordert, da die Jugendabteilung ihr 40 jähriges Bestehen feiert.
Das hob auch Vereinsvorsitzender Jürgen Vogelei in seinem Bericht hervor. Das Jubiläum wird, zusammen mit einem Stadtfeuerwehrtag, gemeinsam mit den Ortsteilwehren begangen. Ebenso lange währt die Partnerschaft mit den Feuerwehrkameraden aus dem französischen St. Vallier, so Vogelei. Er appellierte an die Anwesenden, diese Tradition auch künftig zu pflegen. Als größte Herausforderung stellte Vogelei die Zusammenlegung der beiden Feuerwehrverbände Eschwege und Witzenhausen in 2010 dar. Zahlreiche Verhandlungsgespräche waren, gemeinsam mit Stadtbrandinspektor Hans-Heinz Staude nötig, um eine Zusammenlegung der Verbände auf Augenhöhe zu erreichen. Abschließend dankte er ebenfalls allen Aktiven, Helfern und Sponsoren für ihre Unterstützung. Er stellte den Einsatz aller Kräfte beim Hochwasser nochmals heraus und betonte, dass Ehrenamt und Erhalt der Ortswehren für die Sicherheit der Bürger unerlässlich seien.
Diesen Gedanken führte Bürgermeisterin Angela Fischer fort und erwähnte, dass der glimpflilche Ausgang niemals ohne die Ortsteile gelungen wäre. Beeindruckt war sie von der guten Zusammenarbeit aller eingesetzten Wehren und Hilfskräfte. Sie sagte Niemand war sich zu schade Sandsäcke zu füllen, das fand ich beeindruckend . Der unermüdliche Einsatz sei den städtischen Gremien und auch der Bevölkerung nicht entgangen und positiv wahrgenommen worden. Man habe an diesem Beispiel erkennen können, so wörtlich Das sind unsere Leute, dort in den Feuerwehren . Es sei ein sichtbarer Beweis dafür, dass die ehrenamtlichen Helfer nicht nur für ihre Einheit stehen, sondern für die ganze Stadt. Als Dank für dieses Engagement werde es ein Helfertreffen für alle am Hochwassereinsatz beteiligten Personen im Bürgerhaus in Witzenhausen geben. Spontan hätten sich Stadtverordnete, die Pächterfamilie und die Reithallenbetreiberin für ein solches Zeichen des Dankes ausgesprochen. Diese Idee unterstütze sie ebenfalls in gleicher Weise führte Fischer aus.
Stadtbrandinspektor Hans Staude zeichnete in Zahlen, was in etlichen Stunden geleistet wurde. Nach abschließenden Rechnungen seien nachweislich 400 Tonnen Sand in 28.000 Sandsäcke gefüllt worden. Er zeigte sich ebenfalls von der Leistung beeindruckt und dankte allen Helfern. Dem schloss sich Kreisbrandmeister Claus Susebach an, der ebenfalls zur Versammlung nach Witzenhausen gekommen war. Auch künftig müsse man weiter an einem Strang ziehen. Das betrifft alle Bereiche der Feuerwehr, insbesondere die Gefahrgutausbildung. Die gewünschte Zahl gut ausgebildeter Kräfte sei noch nicht erreicht.
Ehrungen-/Beförderungen:
Die Ehrennadel in Silber für 40-jährige Zugehörigkeit erhielten Horst Hohmann, Detlef Bock, Karl-Heinz Kurzrock und Hermann Rauchhaus. 25 Jahre ist Andreas Stabik dabei. Oberlöschmeister wurde Frank Behrend. Zu Hauptfeuerwehrmännern wurden Max Haenke und David Ohnesorge ernannt. Den Dienstgrad Feuerwehrmann erhielten Jan-Friso Linskens, Sebastian Doht, Benjamin Kohler und Jan Hinderer. Zu Feuerwehrmannanwärtern wurden Philipp Gerwig und Andre Gerlitz ernannt.
Foto & Text: Jens Ehrhardt
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Jens Ehrhardt
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